Mit dem Motto liegt der queerpolitische Fokus ganz auf der Landtagswahl am 20. September in Mecklenburg-Vorpommern. Das Motto soll gegenseitiges queeres Empowerment ausdrücken und zeigen, dass die queere Community und ihre Verbündeten auch dann gemeinsam laut und stark sind, wenn die politischen Aussichten schwierig sind. Gleichzeitig soll damit auch auf die politische Dringlichkeit dieser Wahl für queere Menschen und andere marginalisierte Gruppen in Mecklenburg-Vorpommern hingewiesen werden: Es ist die letzte Chance, um mit dem demokratischen Kreuz auf dem Wahlzettel Schlimmes zu verhindern und die eigene Stimme für ein vielfältiges und weltoffenes Miteinander zu erheben.
Detailierte Forderungen
Polizei, Justiz und Verwaltung müssen für queere Themen sensibilisiert und Anzeigemöglichkeiten für Betroffene von queerfeindlicher Gewalt erleichtert werden. Damit ist auch die konkrete Umsetzung des Landesaktionsplans für die Gleichstellung und Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt in Mecklenburg-Vorpommern gefordert.
Es braucht einen flächendeckenden Ausbau von Beratungs- und Unterstützungsangeboten in ganz Mecklenburg-Vorpommern. Aktuell gibt es neben den zwei Beratungsstellen im rat+tat e.V. in Rostock nur zweieinhalb weitere Anlaufstellen für das ganze Land.
Die Unterstützung und Gleichbehandlung von queeren Kindern und Jugendlichen und von Regenbogenfamilien muss in rechtlichen und pädagogischen Kontexten sichergestellt werden. Gemeint ist damit z. B. auch die völlige Anerkennung und rechtliche Gleichstellung queerer Familien im Abstammungsrecht.
Der Zugang zu medizinischer und nicht-medizinischer Transition muss TIN* Personen erleichtert werden. Aktuell verhindern der medizinische Dienst und die Krankenkassen den Zugang z. B. zu Hormontherapien, womit lebenswichtige medizinische Grundlagen für trans* Personen fehlen.
Es braucht explizite Schutzstrukturen und Sicherheitsstrategien für queere Geflüchtete, die als besonders vulnerable Fluchtgruppe gelten. Damit geht auch die individuelle Anerkennung ihres Schutzstatus einher.
Wir fordern ein AfD-Verbot und die Unterstützung von demokratiefördernden Maßnahmen und Projekten. Der politische Diskurs muss sich auf dem soliden Fundament der Demokratie bewegen. Dazu zählt auch der Erhalt, die Verteidigung und der Ausbau des Programms „Demokratie leben!“.
In den letzten zwanzig Jahren hat sich auch queerpolitisch einiges getan. Die jeweiligen Themen spiegeln sich auch in den Mottos und damit verbundenen Forderungen des CSD Rostock wider.
2002: L(i)ebt wie ihr euch fühlt
2003: Anders ist anders als du denkst
2004: Akzeptanz an allen Ufern
2005: Leben ist mehr!
2006: Homosexuell und akzeptiert
2007: Wir machen Familie bunter
2008: Ungeoutet ist wie nicht gelebt
2009: Eure Freiheit muss auch unsere sein
2010: Kopf frei für Artikel 3
2011: Gleiche Liebe – Gleiche Rechte!?
2012: Wo kein Wissen ist, wachsen Vorurteile! Homophobie, nein danke.
2013: – Familie ist Vielfalt – Denn auch WIR sind GUTE ELTERN
2014: – Russia come out! Lass Liebe leben – посволъ любви жить
2015: Um Gottes willen. Wo Glaube ein Anker ist, darf Religion keine Fessel sein!
2016: Echte Liebe – Echte Vielfalt – Echte Akzeptanz – Echt für Alle
2017: DEMONSTRIERE LAUT! – WÄHLE KLUG! – Deine Stimme für Akzeptanz und Menschlichkeit
2018: Akzeptanz beginnt im Kopf. Kein Schritt zurück!
2019: Remember Stonewall – Stolz trotzt Vorurteil
2020: Support Your Queer Friends Around Europe
2021: Meine Stimme ist queer! Unsere Wahl gegen Diskriminierung! Komm an Bord!
2022: 20 Jahre CSD in Rostock – mehr als bunt, laut und schrill
2023: Rostock – kein Ort für Queerfeindlichkeit
2024: CSD Rostock 2024: Vielfalt tut gut.
2025: Wir sind überall. Nie wieder still!
Kurzer Überblick
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